Horst Kauffman (rechts) beim Verlassen eines Geschäftes
Horst Kauffman (rechts) beim Verlassen eines Geschäftes
 

ganz genau der 29. August und es ist 12:45 Uhr und es hat gefühlte 37  Grad. Ich habe das Gefühl, ich hätte die Currywurst kalt bestellen sollen, aber da muss ich durch. Wir haben einen langen Weg vor uns. Wir, das sind Horst Kauffmann und ich auf Besuchertour bei den Gewerbetreibenden in unserem Wahlkreis. Ich habe damals zugesagt bei Regen, bekleidet mit einem dicken Pullover. Es ist eben auf nichts Verlass.

 

 

 

Also stehen Horst und ich vor dem Rathaus Schöneberg um Wahlkampf für unseren Kandidaten,  (der sitzt bestimmt in einem klimatisierten Büro), zu machen. Beim Beginn unserer Tour stellen wir beide unisono fest, das wir gar nicht wissen wie wir anfangen sollen. Aber wir sind zwei sympathische Männer im mittleren Alter und die beiden Jutesäcke mit Werbematerial, die Horst trägt, lassen uns nicht wie Vertreter der Pfefferminzia aussehen. Nun aber rein in den ersten Laden. Sprüchlein aufgesagt, Werbeflyer verteilt, gute Geschäfte gewünscht…na bitte, geht doch.

 

 

 

Langsam werden wir lockerer. Jetzt wird geteilt. United we stand, divided we fall. Aber von fallen ist nicht die Rede. Wo wir hinkommen werden wir begrüsst und freundlich empfangen. Eine Frau hat sich sogar gewundert, das schon wieder Wahlen sind.

 

 

 

Erster Rückschlag an einer Tankstelle. Der Pächter mochte die CDU nicht. Horst und ich waren uns einig, nie wieder das Benzin dieser Marke zu tanken. Doch das sollte uns nicht erschüttern. In einem weiteren Geschäft wurde mir gesagt, das man schon weiss, was man wählt. Ich guckte genauer hin und dann wusste ich es auch.

 

 

 

Nett waren auch die beiden Türken, die sagten, das sie nicht wählen können. Ich gab ihnen trotzdem Zettel und Kugelschreiber, verbunden mit dem Wunsch, falls sich das mal ändern würde, an uns zu denken.

 

 

 

Wir waren beide gut in Fahrt, als Horst feststellte, das sein Jutesack leer ist. Wir hatten alles verteilt und auch unseren Bezirk durchforstet. Schade, schon vorbei.

 

 

 

In vier Jahren machen wir das wieder. Falls wir jemanden finden, der uns schiebt oder wenigstens den Jutesack trägt.

 

 

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